VS in ver.di

    Wir gratulieren Lutz Rathenow!

    VS Geburtstagsgrüße

    Wir gratulieren Lutz Rathenow!

    Der Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS in ver.di) gratuliert Lutz Rathenow zum 70. Geburtstag am 22. September 2022!

    15.000 Seiten Stasi-Akten über einen Schriftsteller

    Lutz Rathenow wurde 1952 in Jena geboren. Nach dem Wehrdienst in den DDR-Grenztruppen begann er in Jena, Deutsch und Geschichte zu studieren. Er gründete und leitete dort den oppositionellen Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena, der 1975 verboten wurde. Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 wurde Lutz Rathenow verhaftet und 1977 kurz vor dem Examen exmatrikuliert.

    Danach arbeitete er als Transportarbeiter beim VEB Carl Zeiss Jena. 1977 ging er nach Ostberlin, wo er beim Theater arbeitete und als freier Schriftsteller einige Science-Fiction-Erzählungen schrieb.

    Nachdem er sein Buch Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet 1980 in der BRD veröffentlicht hatte, wurde er erneut verhaftet und ins zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit gebracht. Für seine Freilassung setzten sich unter anderen Christa Wolf und Günter Grass ein.

    Nach seiner Entlassung nach zehn Tagen blieb Lutz Rathenow in der DDR und lehnte Ausreiseangebote ab. Er engagierte sich in der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung zusammen mit Bärbel Bohley und Gerd Poppe. Außerdem hielt er engen Kontakt zu Jürgen Fuchs in Westberlin. Sein enges Informationsnetz in Ost und West erschwerte es der Stasi, ihn erneut zu verhaften, er wurde aber ständig abgehört.

    Nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 wurde Lutz Rathenow rehabilitiert, 1992 wurde ihm von der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität nachträglich das Abschlussdiplom verliehen.

    2002 drehte der MDR einen Fernsehfilm über Lutz Rathenow mit dem Titel Trotzig lächeln. Von 2011 bis 2021 war er Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

    Lutz Rathenow schreibt und schrieb Kinderbücher, aber auch Rundfunkkolumnen, Essay und Abhandlungen zu literaturfernen Themen.

    Hier eine Auswahl seiner Veröffentlichungen:

    • Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet. Prosa. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1980

    • Zangengeburt. Gedichte. 1982

    • Boden 411. Stücke zum Lesen und Texte zum Spielen. Piper, 1984

    • Jeder verschwindet so gut er kann. 1984

    • Floh Dickbauch – Grobidon. 1988

    • Zärtlich kreist die Faust. Gedichte. 1989

    • Sterne Jonglieren. Ravensburger Buchverlag, 1990

    • Eine Ameise spaziert. 1990

    • Verirrte Sterne oder Wenn alles wieder mal ganz anders kommt. Merlin, Vastorf/Lüneburg 1994

    • Sisyphos. Berlin Verlag, 1995

    • Der Wettlauf mit dem Licht. Landpresse, 1999 / 2001

    • Oder was schwimmt da im Auge. Landpresse, 2001

    • Die Fünfzig. Gedichte. Landpresse, 2002

    • Die Zeit danach. Hohenheim Verlag, 2003

    • Gelächter, sortiert. Verlag Ralf Liebe, 2008

    • Klick zum Glück. Band 32 der Edition Muschelkalk der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. Wartburg Verlag, 2010

    • Ost-Berlin. Die verschwundene Stadt. (mit Harald Hauswald), mit einer Einleitung von Ilko-Sascha Kowalczuk. Jaron-Verlag, Berlin 2017


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