Urheberrecht

Stellungnahme der Initiative Urheberrecht

20.04.2023

Urheber*innen und Künstler*innen fordern Maßnahmen zum Schutz vor generativer KI in der Europäischen KI Verordnung

WIR SIND Urheber*innen, ausübende Künstler*innen und Inhaber*innen von Urheberrechten wie Journalisten, Fotografen, Musiker, Schauspieler, Buchautoren, Illustratoren, Designer. Wir werden durch über 40 in der Initiative Urheberrecht (IU) zusammengeschlossene Verbände und Gewerkschaften repräsentiert. In Europa gibt es mehrere Millionen von uns; wir alle leben von unseren schöpferischen Tätigkeiten für Kultur, Kultur- & Kreativwirtschaft und Medien; unsere Arbeit ist Ausgangspunkt materieller wie ideeller Wertschöpfung, die wir für die europäische Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft als unverzichtbar ansehen.

 

Das Desinformations- und Manipulationspotenzial generativer KI-Systeme stellt jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt vor tiefgreifende Herausforderungen

Initiative Urheberrecht

WIR WARNEN gemeinsam mit Unternehmen aus der Buchbranche, Musikwirtschaft, Filmindustrie, aus Rundfunk und Presse, für die wir tätig sind: Grundsätzliches ist bedroht! KI-generierte Erzeugnisse greifen unmittelbar ins gesellschaftliche Leben ein; das immanente Desinformations- und Manipulationspotenzial generativer KI-Systeme stellt jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt vor tiefgreifende Herausforderungen. Die selbst von KI-Experten immer lauter zum Ausdruck gebrachte Sorge um einen Verlust der Kontrolle über solche Systeme und die Rufe nach gesetzlichen Grenzen teilen wir. Die Überraschung ist groß, wenn einige in der Politik gleichwohl „keinen Handlungsbedarf“ konstatieren.

Die geplante Europäische KI-Verordnung (AI Act), die in diesen Tagen in den Trilog geht, klammert nicht nur unsere (Urheber)Rechte aus, sie schickt sich an, generative KI-Systeme unter Minimalvorgaben zuzulassen, die nicht einmal dem schon heute zu beobachtenden Missbrauch dieser Systeme und deren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implikationen gerecht werden.

 

Der Output von KI-Systemen hängt von dem Input ab, mit dem sie trainiert werden

Initiative Urheberrecht

Der Output von KI-Systemen hängt von dem Input ab, mit dem sie trainiert werden; dazu gehören Texte, Bilder, Videos und andere Materialien von Urheber*innen, ausübenden Künstler*innen und weiteren Rechteinhaber*innen. Unser digitales Gesamtrepertoire dient dem Training von KI oft ohne Genehmigung und unvergütet und nicht immer für legitime Zwecke. Die ungefragte Nutzung des Trainingsmaterials, seine intransparente Verarbeitung und die absehbare Substitution der Quellen durch den Output generativer KI werfen grundsätzliche Fragen nach Verantwortung und Haftung wie auch Vergütung auf, die zu klären sind, bevor der Schaden irreversibel ist. 

Unsere Stellungnahme analysiert diese Entwicklungen und schlägt konkrete, konstruktive Lösungen vor. Eine sinnvolle KI-Regulierung bedarf spezieller Vorgaben für generative KI. Im Mittelpunkt jeder Entscheidung müssen die Bürger*nnen und die Gesellschaft stehen.

 

WIR FORDERN:

Regulierung von generativer künstlicher Intelligenz – zur Begrenzung absehbarer Schäden für die europäische Gesellschaft, für Wirtschaft und Kultur.

Regulierung jetzt – denn das Zeitfenster für eine effektive Regulierung des Markteintritts wird sich bald schließen.

Ihre Urheber*innen und ausübende Künstler*innen, organisiert in der Initiative Urheberrecht

Die Stellungnahme wurde am 19.4.23 an die Mitglieder des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission, des Rates der Europäischen Union und des Deutschen Bundestags versandt. ver.di ist Teil der Initiative Urheberrecht.

Die vollständige Stellungnahme als Download (PDF)

 

 

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